In Berlin sollte ein Furz vor Gericht

Nicht weniger als 23 Beamte beschäftigte ein Quentchen heiße Luft in Berlin, bis der bis dahin beispiellose Vorgang mit einer Verfahrenseinstellung sein unrühmliches Ende fand. Ausgangspunkt dieser Posse war die polizeiliche Kontrolle einer Personengruppe in Bln.-Friedrichshain im Febr. 2016. Der Gruppenleiter der Polizeieinheit will dabei gehört haben, wir ein Beteiligter in der Nähe einer Beamtin […]

Nicht weniger als 23 Beamte beschäftigte ein Quentchen heiße Luft in Berlin, bis der bis dahin beispiellose Vorgang mit einer Verfahrenseinstellung sein unrühmliches Ende fand. Ausgangspunkt dieser Posse war die polizeiliche Kontrolle einer Personengruppe in Bln.-Friedrichshain im Febr. 2016. Der Gruppenleiter der Polizeieinheit will dabei gehört haben, wir ein Beteiligter in der Nähe einer Beamtin zweimal furzte. Dadurch sah er die Ehre seiner Kollegin verletzt und setzte ein Verfahren wegen „Beleidigung“ in Gang. 900 € sollte der unflätige Furzer gemäß Strafbefehl zwölf Monate später bezahlen. Dazu hatte der verständlicherweise keine Lust und legte Widerspruch ein, wodurch das Ganze vor Gericht landete. Die verhandelnde Richterin blickte am Prozeßtermin im Okt. 2017 kurz in die übel riechende Angelegenheit, um dann umgehend das windige Verfahren einzustellen.

Der angeschuldigte Blähboy kam straflos davon. Einem Mitglied des Abgeordnetenhauses stank die Sache aber so gewaltig, daß der Senat im Rahmen einer Anfrage erklären sollte, wieviele Beamte mit dieser offensichtlichen Nichtigkeit befaßt waren. Martina Gerlach, Staatsekretärin für Justiz schlüsselte auf: Allein von Seiten der Polizei waren 23 Dienstkräfte für insges. 17 Stunden beschäftigt; dazu kommen noch Mitarbeiter der Amtsanwaltschaft und des Gerichts. Was so ein Freistoß aus den unteren Luftwegen in der Hauptstadt – und mutmaßlich nur da – alles auslösen kann.