Vom Braunkohlerevier zum Urlaubsparadies

Das Lausitzer Seenland und die Europastadt Görlitz blicken nicht nur auf eine gemeinsame Geschichte, sondern auch in eine gemeinsame Zukunft: Aus Tagebaurestlöchern des Kohlebergbaus entstehen durch Flutung idyllische Seenlandschaften, die ganzjährig aktive Erholung garantieren. Senftenberg/Görlitz, 29. Januar 2018 (tpr) – Riesige Wasserflächen glitzern in der Sonne, Stand-up-Paddler ziehen ihre Bahnen, Boote segeln auf dem See […]

Das Lausitzer Seenland und die Europastadt Görlitz blicken nicht nur auf eine gemeinsame Geschichte, sondern auch in eine gemeinsame Zukunft: Aus Tagebaurestlöchern des Kohlebergbaus entstehen durch Flutung idyllische Seenlandschaften, die ganzjährig aktive Erholung garantieren.

Senftenberg/Görlitz, 29. Januar 2018 (tpr) – Riesige Wasserflächen glitzern in der Sonne, Stand-up-Paddler ziehen ihre Bahnen, Boote segeln auf dem See und Familien starten zur Fahrradtour. Was heute im Lausitzer Seenland und in Görlitz Realität ist, war vor wenigen Jahrzehnten noch ein unendlich fern erscheinender Traum. Aus den Mondlandschaften einstiger Braunkohlereviere zwischen Berlin und Dresden haben sich innerhalb kurzer Zeit zwei attraktive Reiseziele entwickelt. Im Lausitzer Seenland wächst mit mehr als 20 gefluteten Seen und schiffbaren Kanälen die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas heran. Und vor den Toren der Europastadt Görlitz ist mit der Flutung des fast 1000 Hektar großen Berzdorfer Sees ein neues Natur- und Naherholungsresort entstanden.

Bergbaugeschichte erleben

150 Jahre lang prägten der Bergbau und die Kohleproduktion das berufliche und gesellschaftliche Leben der Lausitz. In der Landschaft haben sie deutliche Spuren hinterlassen. Bergleute holten über zwei Milliarden Tonnen Braunkohle aus bis zu 60 Metern Tiefe. Riesige Tagebaurestlöcher blieben zurück. Mit der Flutung des Senftenberger Sees 1967 begann der Strukturwandel. Um diesen nachzuvollziehen, begeben sich Gäste am besten auf die Energie-Route der Lausitzer Industriekultur zwischen Cottbus und Bautzen. An elf Stationen erleben sie, wie Kohle in Energie verwandelt wird und wie Bergleute lebten und arbeiteten. Sie entdecken Orte, die bis vor einiger Zeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich waren, wie den aktiven Tagebau Welzow-Süd.

Am Berzdorfer See bei Görlitz erzählt der riesige Schaufelradbagger 1492 von der 250 Jahre alten Bergbautradition in der niederschlesischen Oberlausitz. Ehemalige Kumpel führen auf Anfrage bis auf 24 Meter hinauf auf das Tagebaugroßgerät. In Görlitz-Königshufen erinnert die Hoffnungskirche an das Dorf Deutsch-Ossig am heutigen Berzdorfer See, das 1988 dem Tagebau weichen musste.

Europastadt Görlitz am See

Wer nicht gerade vor dem Schaufelradbagger steht, mag kaum glauben, dass am Berzdorfer See im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien noch bis 1997 Braunkohle gefördert wurde. Gelber Sandstrand und klares Wasser mit Ausblicken auf das nahe Riesengebirge und die Landeskrone, den Hausberg von Görlitz, locken zum Baden. Ein 16 Kilometer langer Rundweg zieht Wanderer, Radfahrer und Inlineskater an. Auf dem Wasser sind Segelschiffe, Surfer und Stand-Up-Paddler unterwegs. Idylle pur. Höhepunkt im Veranstaltungsjahr ist die Görlitzer Seewoche vom 28. Juli bis 5. August mit sportlichen Wettkämpfen, Livemusik und kulinarischen Spezialitäten. In diesem Sommer wird auch das erste Vier-Sterne-Hotel am See mit Wellnessbereich und direktem Seezugang eröffnet. Damit erweitert Görlitz, das erst kürzlich zur besten Filmlocation des Jahrzehnts gekürt wurde, das kulturelle Angebot um eine naturnahe Komponente.

Landschaft im Wandel: Lausitzer Seenland

Während die Spuren der Bergbauindustrie bei Görlitz kaum mehr sichtbar sind, kann man im Lausitzer Seenland die faszinierende Transformation vom Tagebau zum See noch erleben. Auf der „Seenland-Route“, einem 186 Kilometer langen Fernradweg, sind alle Stadien der Flutung – vom stillgelegten Tagebau bis zum fertigen See – zu sehen. In fünf Tagesetappen geht es auf breiten flachen Wegen vom Großräschener See im Norden bis zum Bärwalder See im Süden vorbei an schroffen Ufern und malerischen Stränden, Marinas mit Segelbooten, Kanälen und Schleusen, Schlössern und Museen.

Auch vom Wasser aus lässt sich der Landschaftswandel beobachten. In den nächsten Jahren entstehen schiffbare Kanäle, welche zehn Seen miteinander verbinden werden. Schon heute können Freizeitkapitäne über den Koschener Kanal vom Senftenberger See zum Geierswalder See fahren. Die beiden Seen sind zudem beliebte Segelreviere. Darüber hinaus bietet das junge Reiseziel anderen Wasserportlern zahlreiche Gelegenheiten zum Wasserskifahren, Surfen, Rudern oder Paddeln. Familien genießen den Strandurlaub an einem der Badeseen, Angler die Natur, die sich Stück für Stück ihre Welt zurückerobert.

Weitere Ideen für einen Urlaub im Lausitzer Seenland und in Görlitz am See liefern die Tourismusverbände auf ihren Webseiten: www.lausitzerseenland.de und www.goerlitz.de/Tourismus

Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V.