Er trat an, um alles anders zu machen. „Ab Tag eins“, so versprach es Friedrich Merz im Wahlkampf, werde die Migrationswende kommen. Ein Jahr später ziehen wir Bilanz – und die ist verheerend. Während sich die Regierung Merz für sinkende Zahlen feiert, entlarvt ein Blick in die Statistik das ganze Ausmaß einer gigantischen PR-Täuschung.
Es war das zentrale Versprechen, mit dem Friedrich Merz das Kanzleramt eroberte: Die Beendigung des Migrationschaos. Doch wer heute die nackten Zahlen betrachtet, reibt sich verwundert die Augen. Die großspurig verkündete „Wende“ findet primär in den Pressemitteilungen des Innenministeriums statt, nicht aber an den deutschen Grenzen.
Die Regierung Merz schmückt sich derzeit mit Federn, die ihr nicht gehören. Ja, die Asyl-Erstanträge sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Doch die Wahrheit ist: Dieser Rückgang begann bereits im Herbst 2024 – lange vor Merz’ Amtsantritt – und ist Teil eines allgemeinen europäischen Trends, der auch Länder wie Österreich betrifft.
Seit Merz im Sattel sitzt, stagnieren die Zahlen auf hohem Niveau. Im November 2025 wurden 8.311 Erstanträge registriert. Zum Vergleich: Im letzten Monat der Ampel-Regierung waren es rund 9.100. Von einer „Wende“ oder einem „Durchgreifen“ kann keine Rede sein – es ist eine flache Seitwärtsbewegung in der Sackgasse.
Das 100.000-Versprechen: Gebrochen!
Besonders peinlich für den Kanzler: Merz selbst hatte die Messlatte hochgelegt. Maximal 100.000 neue Erstasylanträge sollten es im Kalenderjahr 2025 sein. Doch bereits im November wurde diese selbstgesetzte Obergrenze gerissen. Mit den Dezember-Zahlen wird die Regierung Merz krachend an ihrem eigenen Anspruch scheitern. Ein politischer Offenbarungseid.
Auch bei den viel zitierten Zurückweisungen zeigt sich das ganze Elend der unionsgeführten Politik. Von Mai bis November 2025 gab es gerade einmal 1.153 Zurückweisungen an den Grenzen. Im gleichen Zeitraum stellten jedoch über 57.000 Personen einen Asylantrag. Das bedeutet im Klartext: Nur mickrige zwei Prozent der Migranten wurden tatsächlich abgewiesen.
Der Rest? Darf bleiben. Besonders absurd: Auf fünf abgewiesene Personen kommt statistisch eine Person, die trotz Einreisesperre als „vulnerabel“ (minderjährig oder schwanger) eingestuft wird und somit doch ins Land gelassen wird. Ein Scheunentor, das sperrangelweit offensteht.
Familiennachzug: Das nächste Täuschungsmanöver
Und was ist mit dem versprochenen Stopp des Familiennachzugs? Auch hier: Augenwischerei. Ausgesetzt wurde der Nachzug lediglich für die kleine Gruppe der „subsidiär Schutzberechtigten“. Das Ergebnis: Bis Anfang Dezember wurden bereits wieder über 105.000 Visa für den Familiennachzug bewilligt.
Friedrich Merz betreibt Etikettenschwindel. Er nutzt die Rhetorik der Rechten, um die Politik der Linken fortzuführen. Die „Migrationswende“ ist ein Papiertiger, entworfen, um den Wähler einzulullen, während die Belastung der Sozialsysteme und die kulturelle Überfremdung ungebremst weitergehen
Merz ist nicht die Lösung des Problems – er ist die Fortsetzung der Ära Merkel mit anderen Mitteln.
