Der 29.August 1756 – Europa hält den Atem an. Ohne vorherige Kriegserklärung marschiert die preußische Armee unter Friedrich II. in Sachsen ein. Es ist kein Angriff aus Ehrgeiz, sondern aus Notwehr. Denn der König weiß: Sein Reich steht am Abgrund. Frankreich und Habsburg haben sich am 1. Mai gegen Preußen verbündet, Sachsen schließt sich dem Bündnis an. Umzingelt von übermächtigen Feinden, entscheidet sich Friedrich für den einzigen Ausweg: den Präventivschlag.

Der Angriff trifft die Gegner unvorbereitet. Das sächsische Heer, klein, schlecht gerüstet und durch Korruption geschwächt, zieht sich nach Pirna zurück. Dort wird es von den Preußen eingeschlossen. Am 1. Oktober 1756 schlägt Friedrich die österreichischen Entsatztruppen in der Schlacht bei Lobositz – ein erster Sieg, der jedoch nur den Beginn eines Kampfes markiert, der sieben Jahre dauern wird.

Doch der Preis ist hoch.
Sachsen wird besetzt, geplündert und finanziell ausgepresst. Preußen selbst kämpft bald um sein Überleben, ausgeblutet von jahrelangen Feldzügen gegen überlegene Gegner. Und doch: Friedrich hält stand. Mit taktischem Geschick, Entschlossenheit und einem unbeugsamen Willen schafft er es, Preußen nicht nur zu behaupten, sondern zur europäischen Großmacht zu führen.

Am Ende, 1763, wird der Frieden von Hubertusburg geschlossen. Schlesien bleibt endgültig preußisch, Österreich ist gedemütigt, Frankreich finanziell ruiniert. Großbritannien hingegen geht gestärkt hervor – es gewinnt entscheidenden Einfluss in Nordamerika, Indien und auf den Weltmeeren. Für viele Historiker beginnt hier die Geschichte der britischen Weltmachtstellung, während Preußen den Grundstein für seinen Aufstieg legt.

Der 29. August 1756 markiert damit weit mehr als nur den Beginn eines Krieges.
Er steht für einen König, der wagte, wo andere zauderten. Für einen Staat, der nicht aufgab, selbst als er umzingelt und bedroht war. Und für eine Entscheidung, die den Lauf der europäischen Geschichte veränderte.

Preußens Mut und Standhaftigkeit schrieben Geschichte – und erinnern bis heute daran, dass Größe oft dort beginnt, wo Kompromisse enden.