Hymnenschändung angepeilt

Was zunächst anmutete wie ein schlechter und verfrühter Aprilscherz, ist keiner und zeigt, daß politische Geisterfahrer Hand an die ohnehin schon verstümmelte und auf die 3. Strophe reduzierte Nationalhymne legen wollen. Anläßlich des nur in Mitteldeutschland mit großem publizistischem Aufwand zelebrierten „internationalen Frauentages“ (8. März) fordert die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums Kristin Rose-Möhring (SPD) genderspezifische Änderungen […]

Was zunächst anmutete wie ein schlechter und verfrühter Aprilscherz, ist keiner und zeigt, daß politische Geisterfahrer Hand an die ohnehin schon verstümmelte und auf die 3. Strophe reduzierte Nationalhymne legen wollen. Anläßlich des nur in Mitteldeutschland mit großem publizistischem Aufwand zelebrierten „internationalen Frauentages“ (8. März) fordert die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums Kristin Rose-Möhring (SPD) genderspezifische Änderungen im Deutschlandlied, was nicht nur eine Schändung der Hymne, sondern auch einem Fußtritt von kulturlosen Ideologen gegen den Dichter Hoffmann von Fallersleben gleichkäme.

So soll, geht es nach der Feministin Rose-Möhring, das Wort Vaterland durch „Heimatland“ und brüderlich durch „couragiert“ (das Wort war im 19. Jahrhundert kein Teil des deutschen Sprachschatzes) ersetzt werden. Durch diese geschlechterneutralen Umformulierungen würde auch den Frauen in der Hymne Rechnung getragen. Da in der BRD noch jeder antinationale Irrsinn, der sich mit der Worthülse „Geschlechtergerechtigkeit“ tarnt, gute Chancen auf Umsetzung hat, wehte ein Sturm der Entrüstung durch Leserbriefspalten und das Internet. Um diesen abzufangen, erklärten Merkel und Steinmeier zügig, eine Textänderung der Hymne käme nicht in Frage. Über die Halbwertzeit dieser Aussage darf spekuliert werden. Logischerweise wäre mit der Entmannung der Hymne für die Feministinnen erst ein Anfang vollzogen. Danach kämen die männlich dominierten staatlichen Symbole.

So könnte statt des roten Adlers im Brandenburg-Wappen künftig ein freundliches Legehuhn erscheinen. Der Berliner Bär müsste mindestens eine Schleife auf dem Kopf und ein Röckchen verpasst bekommen. Da in der BRD kraft Gerichtsurteil bereits ein drittes Geschlecht (für „weder / noch“) existiert, müsste der Bundesadler durch ein geschlechtsübergreifendes Wesen ersetzt werden. Da böte sich passenderweise ein roter Virus an. Schließlich wird die Politik der Merkel-BRD, die Grenzöffnung wie die gesamte Ausländerpolitik, im Ausland mittlerweile als gefährlich und unberechenbar empfunden.