Herthas Kniefall – Nur eine clevere PR-Masche

Kein Zweifel: Der Berliner Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat ein Image-Problem. Kein von den Medien aufgebauschtes Hooligan-Problem, wie man jetzt meinen könnte, sondern tiefgreifendere Probleme. Der Verein erreicht seit Jahren schon seine Fans nicht mehr. Die jährlich sinkenden Zuschauerzahlen trotz sportlicher Erfolge sprechen hier eine eindeutige Sprache. Neue Anhänger zu gewinnen fällt dem als bieder wahrgenommenen […]

Kein Zweifel: Der Berliner Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat ein Image-Problem. Kein von den Medien aufgebauschtes Hooligan-Problem, wie man jetzt meinen könnte, sondern tiefgreifendere Probleme. Der Verein erreicht seit Jahren schon seine Fans nicht mehr. Die jährlich sinkenden Zuschauerzahlen trotz sportlicher Erfolge sprechen hier eine eindeutige Sprache. Neue Anhänger zu gewinnen fällt dem als bieder wahrgenommenen Hauptstadtclub in der linken Medienstadt Berlin sichtlich schwer.

Ändern soll dieses Image der vormalige Twitter-Manager Paul Keuter. Bei den Berlinern ist er für die Digitalisierung zuständig. Er gibt damit die Stoßrichtung in den sozialen Medien vor. Und tatsächlich, seit Keuter im vergangenen Jahr seinen neuen Posten antrat fällt die Hertha regelmäßig mit Twitter-Spitzen gegen die kommenden Gegner auf dem Platz aber auch sonst mit kreativen Aktionen auf, die aber bisweilen auch die bisher treuen Anhänger gegen den Verein aufbringen. Regelmäßig wird die Mannschaft in diese Aktionen mit einbezogen.

Es kommt nicht sehr oft vor, dass Washington Post und New York Times über den Hautstadtclub berichten. Diese Woche ist es tatsächlich einmal der Fall. Vor dem Spiel gegen den Berliner Erzrivalen aus Gelsenkirchen – Schalke 04 – kniete sich die Startelf demonstrativ vor die Medientribüne des Olympiastadions um sich damit mit den schwarzen Footballspielern der amerikanischen NFL zu solidarisieren. Bei dieser Kniegeste geht es in Amerikas Profiligen hauptsächlich darum, seine Gegnerschaft zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump zum Ausdruck zu bringen. Dies wird mittels aufgebauschter Rassismusvorwürfe fleißig von den Medien unterstützt.

Doch was hat nun ein Bundesligist aus Berlin mit Donald Trump und angeblichen Rassismus auf Amerikas Straßen zu tun? Sebastian Langkamp, der derzeit verletzte Abwehrspieler der Hertha, drückte es überheblich aber auch ungeschickt mit: „Es gibt einige Leute, die ideologisch noch nicht so weit sind,“ aus. Seine Intention ist klar, dennoch betont der kleine Versprecher aber auch, worum es tatsächlich geht. Darum, eine Ideologie der angeblichen Toleranz durchzusetzen, der sich sowohl Langkamp, als auch Hertha BSC offenbar sehr verbunden fühlen. Hier ist nun endlich auch der Anknüpfungspunkt zur linken Berliner Medienszene. Dort hat man die Aktion nämlich begeisternd gewürdigt.

Berlins PR-Manager Paul Keuter wird es freuen. Berlins langweiligster Fußballverein erhält endlich einmal weltweite Beachtung. Das Ziel ist damit erreicht. Auch wenn sich die Situation in den vereinigten Staaten damit in keinster Weise verändert hat. Herthas Kniefall ist und bleibt damit nur eines: Eine clevere PR-Masche!

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