Nachruf auf Gerd Knabe

Nahezu unbemerkt ist nach längerer Krankheit der Kabarettist, Buchautor und Alleinunterhalter, Gerd Knabe, verstorben. Schon im Krieg hatte der gebürtige Marburger sich der Truppenunterhaltung verschrieben. Sein erstes Kabarettprogramm schrieb er 1947 im US-Internierungslager. 1952 gründete er das nationale Wanderkabarett „Die Zeitberichter“, dessen Ensemble in den ersten Jahren u.a. der Schauspieler Hanns Lothar angehörte. Die Zeitberichter […]

Nahezu unbemerkt ist nach längerer Krankheit der Kabarettist, Buchautor und Alleinunterhalter, Gerd Knabe, verstorben. Schon im Krieg hatte der gebürtige Marburger sich der Truppenunterhaltung verschrieben. Sein erstes Kabarettprogramm schrieb er 1947 im US-Internierungslager. 1952 gründete er das nationale Wanderkabarett „Die Zeitberichter“, dessen Ensemble in den ersten Jahren u.a. der Schauspieler Hanns Lothar angehörte. Die Zeitberichter waren der Gegenpol zu den meist linksgedrallten BRD-Kabarettbühnen. Über 25 Jahre reisten sie mit wechselden Programmen quer durch die BRD.

Als die Saalsuche immer schwieriger und teurer wurde, trat Knabe bis in die 80er Jahre als Alleinunterhalter auf, u.a. zweimal auf Einladung der Berliner NPD. Danach verlegte er sich auf das Schreiben. Als einer der ersten deckte er die Fälschung des Anne-Frank-Tagesbuchs auf. Sein autobiographisches Werk „Jeder Tag zählt“ landete gar auf dem Index. Das 1979 erschienene Jubiläumsbuch „25 Jahre NPD – Portrait einer jungen Partei“ wurde von Knabe zusammengestellt und redigiert. Sein Wortwitz („Wer Brecht sät, wird Breschnew ernten“) fehlt in unseren Tagen. Gerd Knabe wurde 90 Jahre alt.